Im Schatten von Corona: Katastrophe im Amazonas Regenwald

Im Schatten von Corona: Katastrophe im Amazonas Regenwald
Im Schatten von Corona: Katastrophe im Amazonas

Die Welt beschäftigt sich aktuell vor allem mit einem Thema – dem Coronavirus. Dabei gehen viele andere Nachrichten unter: Im größten Regenwald der Welt werden im Rekordtempo Bäume abgeholzt.

Als vergangenen Sommer in Südamerika der Amazonas gebrannt hat, ging ein Hashtag viral: #PrayforAmazonia. Auch aktuell gehen riesige Flächen Regenwald verloren, dieses Mal bekommt die Weltt jedoch deutlich weniger davon mit. Das liegt wohl daran, dass zurzeit das Coronavirus die Schlagzeilen dominiert.

Aktuell ist es kein Feuer, dass den Regenwald zerstört, sondern illegale Abholzungen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden in den ersten drei Monaten 796 Quadratkilometer Wald vernichtet – eine Fläche ungefähr so groß wie New York. Das sei ein Anstieg von mehr als 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mitverantwortlich für die erhöhte Regenwaldrodung ist Reuters zufolge außerdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr sei die Abholzungsrate stark angestiegen. Bolsonaros Politik ermutige illegale Holzfäller, Viehzüchter und Spekulanten, sich am Regenwald zu bedienen.

Die Regenwälder im Amazonas gelten als grüne Lunge der Erde. Sie speichern CO2 und produzieren Sauerstoff, beheimaten zahlreiche Tierarten und beeinflussen das Wetter. Die Abholzungen in Brasilien und an anderen Orten vernichten Lebensräume und tragen zur Klimakrise bei.

Regenwaldvernichtung begünstigt Pandemien

Die Zerstörung des Regenwalds begünstigt sogenannte „Zoonosen“ – Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Durch die zerstörten Ökosysteme im Wald kommen Tiere miteinander in Kontakt, die sich vorher nicht begegnet sind. Und auch mit Menschen können sich ihre Wege kreuzen. So haben Viren die Möglichkeit, von einer Spezies zur anderen überzuspringen.

Im Falle von Covid-19 geht man davon aus, dass das Virus ursprünglich von Fledermäusen stammte und über das Schuppentier zum Mensch gelangte. Expert*innen gehen davon aus, dass Pandemien häufiger werden, wenn wir weiter riesige Flächen Regenwald abholzen.